Themen: CH-Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Nationalrat will die Zürcher Standesinitiative für mehr Sonntagsverkäufe weiterbehandeln. Mit 97 zu 95 Stimmen bei vier Enthaltungen entschied er, das Geschäft nicht abzuschreiben. Die Vorlage würde Verkaufsgeschäften erlauben, an bis zu zwölf statt bisher vier Sonntagen jährlich bewilligungsfrei Personal einzusetzen. Von zwölf Nationalrätinnen und Nationalräten aus Luzern und Zug stimmten vier für die Weiterverfolgung, acht dagegen. Der Luzerner Mitte-Nationalrat Leo Müller führte den Minderheitsantrag zum Abschreiben an. Er befürchtet Druck auf kleinere Geschäfte, höhere Personal- und Betriebskosten sowie eine blosse Verteilung des Umsatzes auf zusätzliche Tage. Auch den Einkaufstourismus lasse sich wegen der Preisunterschiede zum Ausland kaum eindämmen. Der Ständerat hatte im Juni mit 22 zu 21 Stimmen einen Nichteintretensentscheid gefällt. Gewerkschaften wie Unia und Travail Suisse kündigen für den Fall eines Beschlusses ein Referendum an; sie sehen den arbeitsfreien Sonntag und die Belastung des Detailhandelspersonals gefährdet. Befürworter verweisen auf mehr Flexibilität, wobei Kantone nicht alle zwölf Tage ausschöpfen müssten.