Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, Demokratie
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Hohe Bodenpreise sind nach Werner Vontobel der zentrale, in der Mietrechtsdebatte übersehene Treiber hoher Mieten. Er vergleicht eine 100-Quadratmeter-Wohnung in Le Locle mit Kilchberg: Während in Le Locle monatlich rund 70 Franken auf die Verzinsung des Baulands entfallen, seien es in Kilchberg bei deutlich höheren Bodenpreisen etwa 3200 Franken. Dies verschärfe Gentrifizierung und verdränge Haushalte mit mittleren und tieferen Einkommen aus teuren Gemeinden. Der Bundesrat wolle das Prinzip der Kostenmiete zugunsten der Ortsüblichkeit zurückdrängen. Am Beispiel einer Zürcher Wohnung, die 2000 für 500'000 Franken gekauft wurde, rechnet Vontobel vor, dass die zulässige Miete nach historischen Kosten etwa 2300 Franken betrage, nach heutigen Immobilienwerten aber gegen 4500 Franken liegen könnte. Der Gegenvorschlag könnte Neu- und Bestandesmieten stärker angleichen und für Zürcher Vierzimmerwohnungen monatliche Mehrkosten von rund 1600 Franken bedeuten. Vontobel kritisiert, dass damit die Umverteilung an Grundeigentümer beschleunigt werde, auch wenn Sanierungsverdrängungen allenfalls abnehmen könnten.