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Mit Mozart gegen Menschen

Journal B
Mit Mozart gegen Menschen

Themen: Gesellschaft, Leben

Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg

Seit Mai 2024 lässt die SBB am überdachten Bereich «Roucher» beim Haupteingang des Bahnhofs Bern beinahe durchgehend Ambient- und klassische Musik laufen. Das Unternehmen begründet die Beschallung mit einem besseren Personenfluss an einem Eingang, den täglich bis zu 300’000 Menschen passieren, und weist den Vorwurf der Verdrängung zurück. Menschen, die dort früher regelmässig verweilten, berichten jedoch, die Musik halte sie vom Aufenthalt ab; manche treffen sich nun auf dem offenen Bahnhofplatz oder bei der Heiliggeistkirche. Eva Gammenthaler von der Kirchlichen Gassenarbeit Bern bewertet die Massnahme als gezielte Verdrängung marginalisierter Personen aus dem öffentlichen Raum. Sie verweist auch auf Sitzmöbel mit Armlehnen und bauliche Elemente, die längeres Verweilen oder Schlafen erschweren. Die Geografin Claske Dijkema sieht darin eine Gestaltung, die schnelles Weitergehen statt Aufenthalt begünstigt. Die offene Cafeteria der Heiliggeistkirche bietet einen kostenlosen, konsumfreien Treffpunkt. Mitarbeitende beobachten mehr Menschen im Umfeld, können aber keinen direkten Zusammenhang zur Bahnhofs-Musik belegen.

journal-b.ch

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