Themen: Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Sechs Mitglieder der rechtsextremen Gruppe Junge Tat stehen vor dem Bezirksgericht Zürich. Die Anklage umfasst unter anderem Diskriminierung, Aufruf zu Hass, Sachbeschädigung, Nötigung und Landfriedensbruch. Für die beiden Anführer fordert die Staatsanwaltschaft je 15 Monate Freiheitsstrafe, davon sechs Monate unbedingt, sowie Geldstrafen für alle Angeklagten. Die Beschuldigten sollen in wechselnden Zusammensetzungen progressive Veranstaltungen gestört haben. Im Herbst 2022 habe die Gruppe eine Drag-Lesung für Kinder im Tanzhaus blockiert und gestürmt. Zudem sollen Angeklagte einen LGBTQ+-Gottesdienst in der St.-Pauli-Kirche im Kreis 4 mit einem weissen Kreuz und der Aufschrift «No Pride Month» unterbrochen haben. Weitere Vorwürfe betreffen Auseinandersetzungen an Demonstrationen und Banneraktionen mit diskriminierenden Aussagen. Vor Prozessbeginn veröffentlichten die Anführer ein Youtube-Video zur Anklage und erschienen mit Fahnen beim Gericht. Im Saal verweigerten sie laut Keystone-SDA Aussagen. Der Staatsanwalt betonte, Meinungsfreiheit schütze nicht jedes Mittel zur Durchsetzung eigener Ansichten. Ein Urteil liegt noch nicht vor.