Themen: KI/Digital, Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: International, Nordamerika, Russland/Eurasien
Das FBI hat mehrere Internetadressen beschlagnahmt, die einer breit angelegten Phishing-Kampagne über Signal und WhatsApp zugerechnet werden. Die US-Behörde sieht russische Geheimdienste hinter den Angriffen und setzt für Hinweise auf Verantwortliche bis zu zehn Millionen US-Dollar aus. Zielpersonen waren nach US-Angaben aktuelle und ehemalige Regierungsvertreter, Militärangehörige, Politiker, Journalistinnen und Journalisten sowie wichtige ukrainische Amtsträger. Mindestens sechs der Ende Juni beschlagnahmten 26 Adressen weisen laut den vorliegenden Recherchen auf das Programm «Defisher» hin, das 2024 in russischen Hackerforen beworben wurde. Bei der Masche geben sich Konten als «Signal Support» oder «Signal Security ChatBot» aus. Wer den Anweisungen folgt, kann den Zugang zum eigenen Konto verlieren; Angreifer erhalten dann Einsicht in Kontakte und Nachrichten. In Deutschland erreichte die Angriffswelle im April ihren Höhepunkt. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen eines Anfangsverdachts der Spionage, nachdem auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner betroffen war.