Themen: Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Romandie
Nestlé-CEO Philipp Navratil steht nach einem Jahr im Amt unter Druck: Die Aktie verlor laut Darstellung wiederholt deutlich an Wert, während Konkurrentin Unilever besser abschneide. Insider berichten zudem von schlechter Moral und Machtkämpfen im Konzern. Guillaume Le Cunff, Präsident der Europa-Region und früherer Nespresso-Chef, soll seine Nichtberücksichtigung bei der CEO-Nachfolge offen als Fehler bezeichnen und als führender interner Widersacher Navratils auftreten. Auch in der Americas-Region sieht der Bericht Spannungen um Marcelo Melchior, einen früheren Förderer Navratils und informellen Leader für Nord- und Südamerika. Kritiker werfen Navratil vor, den angekündigten Stellenabbau durchzusetzen, gegenüber Führungskräften aber zu wenig Härte zu zeigen. Konzernpräsident Pablo Isla stärkte seine Position nach dem Führungswechsel 2025. Mit dem Verkauf der Hälfte des Wassergeschäfts für 3 Milliarden Euro an ein Joint Venture mit Platinum Equity setzte er einen strategischen Akzent. Die Wahl des Partners löste wegen dessen früher kritisierter Geschäfte mit US-Gefängnistelefonie Fragen zur Reputation aus.