Themen: Innen-Politik, Gesundheit
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Seit Anfang 2025 können Gerichte im Kanton Zürich verurteilte Sexualstraftäter zu einem 16 Abende dauernden Lernprogramm verpflichten. Es soll neue Verhaltensweisen vermitteln und Rückfälle verhindern. Der Kanton rechnete ursprünglich mit rund 100 Teilnehmenden jährlich, doch die Gruppensitzungen bei Justiz und Wiedereingliederung in Zürich-Altstetten bleiben häufig leer. Am Bezirksgericht Zürich kam es seit Einführung des Angebots zu 31 Verurteilungen wegen Sexualdelikten; nur in zwei Fällen wurde das Verhaltenstraining angeordnet, wobei eines der Urteile noch nicht rechtskräftig ist. Laut Staatsanwaltschaft ist die Zielgruppe eng definiert: Erforderlich sind ein fester Wohnsitz in der Schweiz, Deutschkenntnisse und Problembewusstsein. Personen mit Sexualpräferenzstörungen wie Pädophilie sind ausgeschlossen, weil das Programm keine Therapie ersetzt. Juwe verweist zudem darauf, dass neue Massnahmen oft verzögert angewendet würden. Das Angebot läuft mindestens bis Ende 2026 weiter und wird danach wissenschaftlich ausgewertet.