Themen: Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: International, Europa
Eine Woche nach den Ausschreitungen in Mailand herrscht in Como vorsichtige Normalität. Geschäfte im Zentrum bleiben geöffnet, Schaufenster sind unbeschädigt und Menschen flanieren durch die Stadt. Hintergrund sind über soziale Netzwerke angekündigte neue Proteste in mehreren Städten Norditaliens. Händler wollen sich nach eigenen Angaben nicht einschüchtern lassen, haben aber Vorkehrungen getroffen: Bei einer Verschärfung der Lage würden sie Lichter löschen, schliessen und sich in hintere Räume zurückziehen. Andere setzen auf verstärkte Scheiben, gegenseitige Unterstützung benachbarter Lokale und die Präsenz der Polizei, zu der auch Zivilbeamte gehören sollen. Passantinnen und Passanten reagieren überwiegend gelassen. Einige wählten Como bewusst statt Mailand, andere fühlten sich nach dem Anblick zahlreicher Sicherheitskräfte beruhigt. Mehrere Stimmen betonen, dass Protest grundsätzlich legitim sei, die Gewalt in Mailand jedoch nicht.