Themen: Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Afrika
In Hargeisa wirbt der dreissigjährige Franzose Hadj vor lokalen Edelsteinhändlern für seine Pläne im Somaliland. Der aus Lyon stammende Mann, dessen Familie aus Oran kommt, sucht Diamanten, Opale, Gold, Saphire und Smaragde für Kundschaft in Paris und Ho-Chi-Minh-Stadt. Händler versprechen ihm hochwertige Proben. Hadj will im Land eine Exportfirma für Edelsteine aufbauen und interessiert sich zudem für Antiquitäten wie Statuetten und Amulette, die er mit der historischen Präsenz «schwarzer Pharaonen» in Verbindung bringt. Die verbreitete Gleichsetzung Somalilands mit der Gewalt der Schabab in Mogadischu betrachtet er als Vorteil für sein Geschäft, weil sie andere Interessenten fernhalte. Zugleich kündigt er ein ethisches Engagement an: Mit einer Firma aus Lyon wolle er eine von Unicef finanzierte Wasseraufbereitungsanlage eröffnen und mit Aquaponik Arbeitsplätze schaffen. Somaliland wartet laut Bericht auch 25 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung auf internationale Anerkennung.