Themen: Kultur, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Nordamerika, Europa
J. Paul Getty eröffnete am 16. Januar 1974 in Pacific Palisades bei Los Angeles ein Museum in der Nachbildung der antiken Villa dei Papiri von Herculaneum. Während 500 Gäste die Sammlung besichtigten, blieb der flugangstgeplagte Mäzen in England. Die Anlage mit antiken Skulpturen, Meistergemälden und französischer Rokokokunst verschaffte ihm auch steuerliche Vorteile und wurde unterschiedlich beurteilt: als Attraktion für Los Angeles, als «Disneyland für Intellektuelle» oder als prätentiöses Zeichen schlechten Geschmacks. Kurator Jiri Frel, zuvor am Metropolitan Museum tätig, baute die Antikensammlung weiter aus. Dazu gehörte der sogenannte Getty Bronze, der dem griechischen Bildhauer Lysippos zugeschrieben wird. Italiens Kassationsgericht entschied 2018, die 1964 vor Fano geborgene Statue gehöre Italien. Der Anwalt Maurizio Fiorilli schildert, Getty habe zudem Stücke aus illegalen Grabungen bei Cerveteri über seine italienischen Besitzungen und per Boot in die USA gebracht.