Themen: Technologie, Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik
Regionen: International, Europa
Die geplante Brücke über die Meerenge von Messina soll Sizilien und Kalabrien verbinden, wurde aber im Dezember vom italienischen Rechnungshof gestoppt. Dieser bezweifelte, dass die staatlichen Kosten beherrschbar bleiben, und verlangte eine Verschiebung um mindestens acht Jahre mit neuer Kalkulation. Salvini beziffert das Projekt auf 13,5 Milliarden Euro, unabhängige Planer und Geologen rechnen einschliesslich Anschlussbauten mit bis zu 30 Milliarden. Kritiker verweisen auf die hohe Erdbebengefahr, die Unterentwicklung des Südens, mögliche Profite der Mafia und dringendere Infrastrukturaufgaben. Salvini und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sehen dagegen wirtschaftliche Impulse und bis zu 120’000 Arbeitsplätze. Neuen Auftrieb erhält das Vorhaben durch die Idee, die Brücke als militärische Infrastruktur auszuweisen. Damit könnte Italien seine Verteidigungsausgaben angesichts von Donald Trumps Forderung nach fünf Prozent des BIP rechnerisch auf drei bis vier Prozent erhöhen. Gegner bezweifeln den militärischen Nutzen einer im Krieg leicht angreifbaren Brücke.