Themen: Umwelt, Gesundheit, Wissenschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Mikroplastik gelangt über die Abnutzung und Zersetzung von Kunststoffen in Böden, Gewässer, Luft und den menschlichen Körper. Empa, Eawag und Agroscope schätzen die jährliche Belastung von Schweizer Böden und Gewässern auf mehr als 200 Tonnen Plastikpartikel; zwei Fünftel davon gelangen auf Landwirtschaftsflächen sowie in Seen und Flüsse. Eine Untersuchung von 51 Kläranlagen beziffert deren jährlichen Eintrag ins Ökosystem auf 4,7 Tonnen, ohne Reifenabrieb. Weitere zehn Tonnen gelangen jährlich über die Atmosphäre in Flüsse und Seen. Die ARA Thunersee betreibt seit 2018 einen Zwei-Schicht-Sandfilter für Partikel von 10 bis 50 Mikrometern, verfügt aber mangels gesetzlicher Vorgaben und standardisierter Messmethoden über kein systematisches Monitoring. Gesundheitsrisiken sind noch unzureichend erforscht. Plastikablagerungen wurden bereits in verschiedenen menschlichen Geweben und Körperflüssigkeiten nachgewiesen; hormonwirksame Stoffe könnten den Hormonhaushalt beeinflussen. Forschende sehen den wichtigsten Ansatz in der Reduktion von Kunststoffemissionen an der Quelle.