Themen: Technologie, Wirtschaft/Finanzen, Krieg&Frieden
Regionen: International, Europa
Das Verteidigungsministerium beendet das Fregattenprojekt F126. Verteidigungsminister Boris Pistorius informierte die beteiligten Werften, nachdem Verzögerungen und steigende Kosten das Vorhaben belastet hatten. Sechs Schiffe hätten mehr als 18 Milliarden Euro gekostet, während der Auftrag 2020 mit sechs Milliarden Euro für vier Fregatten angesetzt worden war. Nach Branchenangaben flossen bereits über zwei Milliarden Euro; noch in der Vorwoche erhielt die Damen-Werft 145 Millionen Euro. Teile der Schiffe, Motoren, Getriebe und Radare sind bereits gefertigt oder beschafft, dürften aber teils nicht anderweitig verwendbar sein. Als Ersatz will die Bundesregierung acht Fregatten des Typs MEKO-200 von TKMS bestellen, deren Stückpreis bei rund 1,6 Milliarden Euro liegen soll. Die kürzeren Schiffe setzen in wesentlichen Bereichen auf US-Technologie. Branchenvertreter sehen darin einen Rückschlag für die nationale technologische Souveränität. Rheinmetalls Tochter NVL soll möglicherweise am MEKO-Bau beteiligt werden.