Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die neue RTS-Serie «Placée» von Léa Fazer erzählt von Tania, die nach der Geburt ihres Kindes an einer schweren postpartalen Depression, einer «Psychose puerpérale», leidet und ihr Baby zunächst zurückweist. Bei der Suche nach Ursachen wendet sie sich ihrer Mutter Christine zu. Diese wurde in den 1970er-Jahren als Kind einer unverheirateten Mutter weggenommen und durchlief brutale Heime sowie feindselige Pflegefamilien. Sie glaubte lange, ihre Mutter Rose habe sie verlassen. Tania und Christine beginnen, die Familiengeschichte zu untersuchen. Die Serie greift damit die Geschichte der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen auf: In der Schweiz wurden schätzungsweise 100'000 Kinder ihren Eltern entzogen, eine Praxis, die bis 1981 fortdauerte. Der Bundesrat entschuldigte sich 2013 bei den Betroffenen. Angesprochen werden auch sexuelle Übergriffe in religiösen Institutionen.