Themen: Kultur, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Nordamerika, Europa
J. Paul Getty eröffnete am 16. Januar 1974 in Pacific Palisades bei Los Angeles eine Nachbildung der Villa dei Papiri als Museum für seine über Jahrzehnte aufgebaute Sammlung. Die Architektur, die Inszenierung und die steuerlichen Vorteile des privaten Museums stiessen auf gegensätzliche Reaktionen. Als Kurator wirkte Jiri Frel, der zuvor am Metropolitan Museum gearbeitet hatte und nach der sowjetischen Invasion 1968 aus Prag geflohen war. Drei Jahre später kaufte er eine dem griechischen Bildhauer Lysippos zugeschriebene Bronze, den sogenannten Getty Bronze oder Jungen Sieger. Italiens Kassationsgericht entschied 2018, das Werk gehöre Italien: Es war 1964 vor Fano an der Adriaküste geborgen worden. Der Anwalt Maurizio Fiorilli schildert zudem, Getty habe Antiken von illegalen Händlern in Cerveteri gekauft und über seine italienischen Besitzungen in der Nähe von Neapel, Rom und archäologischen Stätten in die USA bringen lassen.