Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Zwei Freundinnen entwickeln bei einer Schachtel Brändli-Pralinen satirisch ihre Feindbilder. Das Gespräch führt von kolonialen Vorstellungen über politische Moral bis zu Migration, Reichtum und lokalen Konflikten. Clumumba kritisiert die Umwandlung politischer Argumente in moralische Urteile, weil dadurch Gegenpositionen ihre Legitimität verlören. Italienische Migrationspolitik und die unterschiedliche Behandlung von Menschen je nach Reichtum dienen als Beispiele. Auch die Angst wohlhabender Erben vor kleineren Verlusten wird ironisch aufgegriffen. Die Kolumne verknüpft diese Beobachtungen mit Basler und Baselbieter politischen Figuren, Kobaltminen im Kongo sowie der Abschottung an Europas Grenzen. Feindbilder erscheinen als allgegenwärtige Strukturierungshilfe für gesellschaftliche und politische Debatten. Zum Schluss wird selbst ein Mann, der bei Rot eine Strasse überquert, kurz zum Feindbild eines Passanten. Die Pointe lautet, dass ein bekannter Feind dem Tag Struktur gebe.