Themen: Gesundheit, CH-Politik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Seit psychologische Psychotherapeuten im Juli 2022 auf ärztliche Anordnung selbständig über die Grundversicherung abrechnen dürfen, stiegen ihre Kosten laut Beitrag von 528 Millionen Franken 2021 auf 922 Millionen 2024. Das Kostenmonitoring weise zudem für 2025 ein Plus von 9,8 Prozent und bis Mitte 2026 eines von 10,9 Prozent aus. FDP-Nationalrat Philippe Nantermod verlangt, die Leistung wieder aus dem Pflichtkatalog zu streichen; der Bundesrat beantragt Ablehnung. Der Autor kritisiert, dass die BAG-Evaluation zwar das Modell überwiegend als gelungen beurteile, aber 44 Prozent der Mehrkosten nicht direkt erklären könne und keine Daten zur psychischen Gesundheit der Bevölkerung vorlägen. Er bezweifelt, dass eine psychiatrische Diagnosepflicht vor Therapiebeginn das Kostenproblem löst. Unter Verweis auf Studien zu Selbstbehalten und Therapieerfolgen argumentiert er, eine stärkere Eigenzahlung fördere kürzere, ergebnisorientierte Behandlungen. Kinder sollen nach Nantermods Vorschlag ausgenommen bleiben.