Themen: Partei-Politik, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die mögliche Bundesratskandidatur der Genfer SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz löst eine Debatte über Mutterschaft und Regierungsarbeit aus. In den Nachrichten von Radio SRF 1 sagte Westschweiz-Korrespondent Roman Fillinger, deutschschweizerische Boulevardmedien hätten schon vor der Kandidatur darüber spekuliert, ob die 47-Jährige ihre zwei kleinen Töchter und ein Regierungsamt vereinbaren könne. Die Zuschreibung wird kritisiert, weil SRF-Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt am 3. Oktober selbst Amaudruz’ Töchter im Alter von einem und drei Jahren als Grund genannt hatte, weshalb eine Kandidatur fraglich sei. Burkhardt erklärte zudem, die SVP verfüge in der Romandie über kaum valable Kandidatinnen und Kandidaten. Auch Tamedia-Zeitungen und der Nebelspalter hätten Amaudruz’ Eignung wegen ihrer Kinder hinterfragt. In einer späteren SRF-Nachricht stand die Rolle der Boulevardmedien im Vordergrund. Amaudruz bezeichnete es als erstaunlich, dass die Schweiz im 21. Jahrhundert eine solche Diskussion führe.