Themen: Kultur, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Wallis/Graubünden
Uschi Waser und die WOZ-Kulturredaktorin Silvia Süess lesen am 15. Oktober 2026 im Café Weri Mediathek Wallis in Brig aus «Reden, um nicht zu ersticken». Das Buch erzählt die Lebensgeschichte der 72-jährigen Jenischen Waser, die als Kleinkind ihrer alleinerziehenden Mutter entzogen wurde. Ihren Vater lernte sie nie kennen und wuchs in zahlreichen Heimen auf, wo sie Gewalt und Demütigungen erlebte. Erst nach ihrem dreissigsten Geburtstag erfuhr sie durch ihre Akten, dass die Stiftung Pro Juventute hinter ihrer Fremdplatzierung stand. Das Hilfswerk «Kinder der Landstrasse» nahm zwischen 1926 und 1973 mit Unterstützung der Behörden über 600 jenische Kinder ihren Familien weg. Ein 2025 im Auftrag des Eidgenössischen Departements des Innern erstelltes Rechtsgutachten bezeichnet die Verfolgung der Jenischen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Waser kämpft seit Jahren für Sichtbarkeit, Rehabilitierung und gegen das Vergessen.