Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
45 Prozent der 2025 neu Pensionierten in der Deutschschweiz bezogen ihr Guthaben aus der zweiten Säule als Kapital. In der Romandie waren es 29 Prozent, während sich dort 40 Prozent für eine Rente entschieden. Die Zahlen stammen aus einer Ende September veröffentlichten Swisscanto-Studie zu Pensionskassen. Der Autor hält die verbreitete Erklärung durch kulturelle Unterschiede für zu oberflächlich. Für ihn zeigt die Entwicklung vielmehr, dass eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen im Leben oft ohne sorgfältige Analyse der persönlichen Lage gefällt wird. 2025 überstiegen Kapitalauszahlungen erstmals die Renten; damit verwalten immer mehr Pensionierte ihr Vermögen selbst. Ob Rente oder Kapital sinnvoller ist, hänge unter anderem von Lebenserwartung, Familienkonstellation, Wohneigentum, Hypothek, Erbschaftsplänen und gesicherten Einkommen wie der AHV ab. Ein schuldenfreier Verheirateter mit deutlich jüngerer Partnerin könne mit einer Hinterlassenenrente Risiken abfedern. Für einen alleinstehenden Eigentümer mit Hypothek und Kindern könne die Kapitalauszahlung dagegen passender sein.