Themen: CH-Politik, Gesundheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Bundesrat hat die nächste Reform der Invalidenversicherung bis zum 4. Februar 2027 in die Vernehmlassung geschickt. Sie soll insbesondere 18- bis 24-Jährige mit psychischen Erkrankungen besser in den Arbeitsmarkt integrieren. Vorgesehen ist eine neue Integrationsleistung mit rund 1000 Franken monatlich sowie regelmässiger individueller Beratung; ungefähr 1000 junge Menschen könnten davon profitieren. Zudem sollen der Zugang zu Aus- und Weiterbildungen verbessert und als abwertend geltende Begriffe im Gesetz ersetzt werden. Die IV weist laut Bundesrat seit den 1990er-Jahren ein strukturelles Defizit auf. 2025 lag das Umlagedefizit über 200 Millionen Franken, bis 2030 könnte es 600 Millionen übersteigen. Geplant sind daher Einsparungen, darunter eine Erhöhung der Schwelle für eine ganze Rente von 70 auf 80 Prozent Invalidität. Ab 2030 sollen Lohnbeiträge dauerhaft um 0,2 Prozentpunkte steigen. Zeitlich befristete Zuschläge auf hohen Einkommen und ein Anteil der Spielbankenabgabe sollen weitere Mittel liefern.