Themen: Ukraine Krieg, Krieg&Frieden
Regionen: International, Russland/Eurasien
In Oleschki am Ostufer des Dnipro sind rund 2000 Menschen von Hunger, fehlender Energieversorgung und verminten Ausfahrtsstrassen betroffen. Russische Truppen besetzten die Stadt zu Beginn der gross angelegten Invasion; nach der Rückeroberung Chersons im November 2022 blieb Oleschki abgeschnitten. Seit der Sprengung des Kachowka-Staudamms am 6. Juli 2023 fehlen Strom und Gas, sechzig Prozent der Stadt wurden überflutet. Ende Mai trafen die letzten Güter ein, danach scheiterten laut Bericht sämtliche Belieferungsversuche mit Toten oder Verletzten. Bewohnerinnen und Bewohner suchen nach Konserven, kochen improvisierte Fladenbrote und meiden wegen Drohnen die Strassen und Gärten. Fluchtwege durch besetztes Gebiet sind vermint; bei einem Fluchtversuch trat eine Person auf eine Mine. Die Ukraine fordert eine sofortige Evakuierung über einen gesicherten humanitären Korridor. Zugleich intensiviert Russland die Angriffe auf Kyjiw und Infrastruktur, wodurch sich die humanitäre Lage vor dem Winter weiter verschärfen dürfte.