Themen: Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Bundesrat will die UBS zu zusätzlich 20 Milliarden Franken Eigenkapital verpflichten. Gemessen an ihrer Bilanzsumme von 1700 Milliarden entspreche dies 1,2 Prozent. Die UBS-Spitze bekämpft die Vorgabe laut Darstellung vehement und bringt sogar einen möglichen Wegzug des Hauptsitzes ins Spiel. Hintergrund ist das Geschäftsmodell, mit wenig Eigenkapital hohe Renditen und Boni zu erzielen. Der Basler Professor Yvan Lengwiler kritisiert die Behörden und stellt deren Aussagen etwa zur Euro-Untergrenze und zur Solvenz der Credit Suisse infrage. Der Beitrag ordnet ihn als UBS-nah ein und verweist auf seine Unterstützung neuer AT1-Anleihen. Der frühere SNB-Vertreter und emeritierte Zürcher Bankenprofessor Urs Birchler hält die Forderung nach stärkerer Kapitalisierung dagegen für gerechtfertigt. Mehr hartes Kernkapital erhöhe die Sicherheit ohne zwingend höhere Kosten für die UBS. Es stärke langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit und schütze Steuerzahlende, weil der Bund bei einem Scheitern einer systemrelevanten Bank faktisch als Letztversicherung wirke.