Themen: Ukraine Krieg, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Russland/Eurasien
Vor der Schlammperiode und dem Winter versuchen Russland und die Ukraine laut Analyse, ihre militärischen Positionen zu verbessern. Die ukrainische Operation «Vivaldi» bei Lyman sei nur begrenzt vorangekommen; eine russische Zangenbewegung bei Orichiw könnte die Stadt einschliessen. Auch bei Chasiw Jar, Kostjantyniwka und Kramatorsk sowie östlich von Charkiw gerieten ukrainische Verbände demnach durch unterbrochene Versorgung und drohende Einkesselungen unter Druck. Russland greife verstärkt Telekommunikation, Rüstungsstandorte, Depots westlicher Waffen und kritische Infrastruktur an. Der offenbar geschlossene Hafen von Odessa verschärfe die Frage, wie landwirtschaftliche Güter exportiert werden können. Ukrainische Angriffe auf die Bahnstrecke Masyr–Brjansk zielten auf russische Treibstofftransporte. Politisch könnten die bevorstehenden US-Zwischenwahlen den Druck für einen Waffenstillstand erhöhen. Kiew wolle seine Verhandlungsposition verbessern, während Moskau auf Zeit spiele. Informelle Gespräche in Baku und ein angeblicher Kontakt zwischen deutschen und russischen Aussenministern in New York blieben ohne Ergebnis. Strom-, Wärme-, Wasser- und Abwasserversorgung könnten im Winter zur entscheidenden Belastungsprobe werden.