Themen: Partei-Politik, Demokratie
Regionen: International, Europa
Die Studentenliste hat bei den Wahlen in Serbien 53 Prozent der Stimmen und damit 138 von 250 Sitzen im Parlament gewonnen. Sie verfügt somit über die absolute Mehrheit und verdrängt die Serbische Fortschrittspartei nach zwölf Jahren von der Macht. In Belgrad und landesweit feierten Unterstützerinnen und Unterstützer das Resultat. Der Politologe Nenad Stojanovic beschreibt die studentische Bewegung nicht als ideologisch klar ausgerichtet. Ihr gemeinsames Prinzip sei vielmehr die Opposition gegen das von Aleksandar Vučić aufgebaute Herrschaftssystem. Wiederholte Proteste hatten Vučić laut Stojanovic zum Rücktritt als Präsident und zur Ausrufung vorgezogener Wahlen veranlasst. Er habe damit jedoch auch eine Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten vorbereiten wollen. Eine Demonstrantin sagt, die Proteste hätten vielen Menschen das Gefühl gegeben, Veränderung sei möglich und ihre Stimmen würden zählen.