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Sexualisierte Gewalt: «Der Wunsch nach Dominanz ist angelegt in der Sozialisierung»

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Sexualisierte Gewalt: «Der Wunsch nach Dominanz ist angelegt in der Sozialisierung»

Themen: Gleichstellung, Gesellschaft, Innen-Politik

Regionen: Schweiz, Aargau/Solothurn

Die Expertin für sexualisierte Gewalt Agota Lavoyer betrachtet die Vorwürfe gegen den ehemaligen Aargauer SVP-Grossrat Patrick Frei nicht als Einzelfall, sondern als Ausdruck einer misogynen und patriarchalen Gesellschaft. Frei soll seine Expartnerin Iwona L., deren minderjährige Tochter und auch seine Exfrau sediert und vergewaltigt haben. Lavoyer kritisiert, dass Behörden Betroffene, insbesondere Migrantinnen, oft nicht ernst nähmen und dass Aufenthaltsstatus, Sprachbarrieren, fehlende Netzwerke sowie rassistische oder klassistische Zuschreibungen den Zugang zu Hilfe erschwerten. Das Bild des monströsen Einzeltäters verdecke, dass viele Täter im Umfeld als normale, angesehene Männer wahrgenommen würden. Sexualisierte Gewalt beruhe meist nicht auf sexuellen Präferenzen oder psychischen Störungen, sondern auf Macht, Erniedrigung und Dominanz. Digitale Räume machten Gewalt und ihre Verbreitung einfacher, seien aber nicht ihre Ursache. Lavoyer fordert Prävention durch Gleichstellung, Aufklärung und eine Veränderung männlicher Sozialisierung. Statt Betroffenen Schutzratschläge zu erteilen, müssten potenzielle Täter und ihr Umfeld stärker in Verantwortung genommen werden.

www.woz.ch

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