Themen: Kultur, Demokratie
Regionen: International, Europa
Am 25. Juli organisieren Menschen in Italien die Pastasciutta antifascista, gemeinsame Pastaessen zur Erinnerung an den Sturz und die Verhaftung Benito Mussolinis im Jahr 1943. Den Ursprung bildet die Familie Cervi aus der Provinz Reggio Emilia: Nach der Nachricht von Mussolinis Festnahme kochte sie mehr als 380 Kilogramm Teigwaren mit Butter und Käse und verteilte diese gratis im Dorf. Pasta galt damals nicht überall als italienisches Grundnahrungsmittel; das faschistische Regime förderte wegen seiner Autarkiepolitik Reis und wandte sich gegen importabhängige Hartweizenpasta. Für die Cervis wurde das Essen damit auch zum Zeichen des Widerstands. Das Alcide-Cervi-Institut bewahrt die Tradition, für dieses Jahr sind mehr als 370 Veranstaltungen registriert. Konzerte, Filme oder Vorträge ergänzen die Essen. Fünf Monate nach der Pastaaktion wurden die sieben Cervi-Brüder von faschistischen Kräften erschossen.