Themen: Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Ein Mediziner kritisiert die Behauptung, hohe Einkommen von Fachärzten seien ein wesentlicher Treiber steigender Schweizer Gesundheitskosten. Für diesen Zusammenhang fehlten Zahlen zum Anteil reiner Ärztehonorare an den gesamten Ausgaben sowie zu deren inflationsbereinigter Entwicklung seit 2015. Er betont, dass auf ein sechsjähriges Studium mindestens fünf Jahre Facharztweiterbildung folgten und viele invasive Spezialisten länger bis zur fachlichen Selbstständigkeit benötigten. Laut Bundesamt für Statistik erhielten nur rund 7 Prozent der Studierenden ein öffentliches Stipendium. Die Darstellung, Ärzte seien bei schweren Behandlungsfehlern kaum belangbar, weist er unter Hinweis auf straf-, zivil- und aufsichtsrechtliche Folgen zurück. Zudem warnt er vor einer Verschlechterung von Arbeitsbedingungen und Löhnen angesichts des internationalen Ärztemarkts: Rund 43 Prozent der berufstätigen Ärzte in der Schweiz hätten im Ausland studiert. Eine Kostenpolitik müsse Praxisumsätze, ambulante Kosten und persönliche Vergütung unterscheiden.