Themen: Wirtschaft/Finanzen, KI/Digital, Demokratie
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Über 300 Personen haben vor dem Tamedia-Hauptsitz in Zürich gegen die jüngste Kündigungswelle des Medienverlags protestiert. Betroffen sind 41 Mitarbeitende der News-Redaktionen in Zürich, Bern, Basel, Lausanne und Genf. Es handelt sich laut Protestgruppe um den siebten Abbau innerhalb von sechs Jahren. Die Kundgebung forderte unter dem Motto «Journalismus statt KI – stopp Entlassungen jetzt!» Alternativen zu Kündigungen. Die Redaktionen kritisieren, dass die Pläne überraschend und während der Herbstferien kommuniziert worden seien, ohne Konsultation oder Freiwilligenprogramm. 270 Mitarbeitende verlangten Verhandlungen mit der Geschäftsleitung. Diese weist den Vorwurf zurück, verweist auf einen umfassenden Sozialplan und erklärt, sie lehne Verhandlungen nicht ab. Sie meldete zudem mehrere Dutzend Abo-Kündigungen infolge des Protestaufrufs; die Protestgruppe sieht die Entlassungen als Ursache. Stadtpräsident Raphael Golta äusserte Sorge um Medienvielfalt und Lokaljournalismus und warnte vor einem Ersatz journalistischer Arbeit durch amerikanische KI-Agenten.