Themen: Gleichstellung, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Tessin
Ein Tessiner Pretore hat die vorläufige Wiedereinstellung einer Mitarbeiterin der Società Navigazione Lago di Lugano angeordnet. Die Frau hatte seit 2022 körperliche und verbale sexuelle Belästigungen durch einen Kollegen gemeldet, erhielt nach ihrer Darstellung jedoch keine ausreichende Unterstützung. Es kam zu krankheitsbedingten Abwesenheiten und einer Strafanzeige. Nachdem sie wegen ungelöster Konflikte erneut um Hilfe ersucht hatte, wurde ihr am folgenden Tag gekündigt. SNL begründete die Kündigung mit belasteten Arbeitsbeziehungen und unter anderem mit einer Meldung über Dieselspuren bei einem Motorschiff. Der Pretore stufte diese Begründungen als wenig glaubhaft ein und hielt fest, die rasche Kündigungsentscheidung stehe im Kontrast zum fehlenden Vorgehen bei den früheren Belästigungsmeldungen. Gestützt auf das Gleichstellungsgesetz verlangt der Entscheid angemessene Schutzmassnahmen, vertragsgemässe Aufgaben und ein respektvolles Arbeitsumfeld. SNL hat Rekurs eingelegt; ein eingesetzter Experte soll innert 30 Tagen über die umgesetzten Massnahmen berichten.