Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Eine Gruppe um Olé-Olé-Bar-Mitbetreiberin Elena Nierlich will dem Zürcher Stadtrat bis im Herbst eine Petition mit 3000 Unterschriften übergeben. Sie soll die Stadt dazu bewegen, bei der Unesco den Welterbe-Status für die Langstrasse zu beantragen. Unterstützer wie Martin Suter verweisen auf deren Authentizität, die Piazza Cella als Erinnerungsort italienischer Immigration und den Helvetiaplatz als Schauplatz von Kämpfen für Freiräume. Die Langstrasse sei weit mehr als Rotlichtmilieu, Ausgehmeile und Blaulichtviertel: Ihre Geschichte reiche von den Italienerkrawallen 1896 und sozialistischen Reden Herman Greulichs bis zu filmischen Porträts von Unterschichten und Randständigen. Auch die fortschreitende Gentrifizierung bedrohe ihren Charakter. Ein quasi denkmalpflegerischer Schutz eines ganzen Strassenzugs sei aber kein wirksames Mittel dagegen, argumentiert die Autorin. Stattdessen müsse man sich dafür einsetzen, dass das Quartier lebendig bleibe; ironisch schlägt sie ein urbanes Ballenberg oder einen «Chreis Cheib» in der Swissminiatur vor.