Themen: Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik, KI/Digital
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH, International, China
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Diese Frage dürfte den meisten von uns schon mal begegnet sein. In einem Bewerbungsgespräch, in einem Persönlichkeitstest oder in einem Selbsthilfe-Buch.In welche Richtung wollen wir uns in den kommenden vier oder fünf Jahren entwickeln? Mit dieser Frage befassen sich die meisten Organisationen. Viele nennen das Strategie, bei der öffentlichen Hand nennt man das gerne auch Legislaturplan.Flexibilität und Anpassungsfähigkeit machen uns wohlhabend und glücklichEs ist sehr sinnvoll, sich als Mensch und als Organisation von Zeit zu Zeit – vorgegeben durch einen selbstgewählten Zeitraum oder durch eine fix definierte Wahlperiode – zu überlegen, woran man in den kommenden Jahren arbeiten und welche Ziele man erreichen will. Sonst mäandriert man ziellos durch den Tag. Doch wir alle wissen: Sobald die Ziele verabschiedet sind, passiert das Leben mit all seinen Unwägbarkeiten und erfordert Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Hier kommt eine der grossen Stärken einer freien, liberalen Gesellschaft zum Tragen: Sie erlaubt ein ständiges Anpassen an veränderte Rahmenbedingungen und die entsprechende Verschiebung von Ressourcen. Sei das Geld, Personal oder Zeit. Dieser bewundernswerten Fähigkeit verdanken wir unseren Wohlstand und unser Glück. Irritierende Bewunderung für chinesische FünfjahrespläneDas scheint zuweilen aus den Augen verloren gegangen zu sein. Kürzlich war ich als Zuhörer an einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, die sich mit den aktuellen geopolitischen Herausforderungen befasste. Die Diskussion kam auf das gegenwärtig unausweichliche Thema künstliche Intelligenz zu sprechen, worauf mehrere Podiumsteilnehmer ihre Bewunderung für China und seine Fünfjahrespläne äusserten. Das irritierte mich zutiefst.