Themen: Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Rolf Halonbrenner ist am letzten Schabbat gestorben und noch an Rosch Haschana in Zürich beerdigt worden. Der Chemiker arbeitete drei Jahrzehnte beim Wissenschaftlichen Dienst der Kantonspolizei Zürich, bevor er sich in der jüdischen Gemeinschaft engagierte. Von 2000 bis 2012 gehörte er der Geschäftsleitung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds an und verantwortete dort religiöse Anliegen; 2023 kehrte er für ein Übergangsjahr zurück, um die orthodoxen Gemeinden zu vertreten. Nach der Ermordung des Rabbiners Abraham Grünbaum 2001 half Halonbrenner, dessen rituelle Betreuung trotz kriminalbehördlicher Auflagen zu ermöglichen. Er prägte Debatten über Schächten, den Import von koscherem Fleisch, die Aufnahme liberaler Gemeinden in den SIG und Fragen der Synagogenetikette. Als Vertreter orthodoxer Positionen suchte er zugleich Dialog und praktische Lösungen mit Rabbinern, Behörden und Medien. Er wurde damit zu einer prägenden Figur des religionspolitischen Lebens der Schweizer Juden.