Themen: Gleichstellung, Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Der feministische Streiktag vom 14. Juni 2026 fand in Bern wegen des Abstimmungssonntags zur 10-Millionen-Schweiz-Initiative ohne die übliche grosse Demonstration statt. Stattdessen organisierten Gruppen in der Region mehr als 100 dezentrale Aktionen: Flohmärkte, Brunches, Häkelrunden, Briefwerkstätten, Kickboxtraining und Pausen von unbezahlter Care-Arbeit. Das Streikkollektiv wollte den Anlass in die Quartiere bringen und mehr Menschen die Möglichkeit geben, selbst Aktionen zu organisieren. Die Organisatorinnen betonten die niedrigere Schwelle und den gemeinschaftlichen Charakter des Formats. Ein kleiner Demozug zog in Langnau im Emmental. Nach der Abstimmung, bei der die Initiative abgelehnt wurde, kamen ab dem Nachmittag Gruppen auf den Bundesplatz. Dort folgten Konzerte, Performances, Reden und DJ-Sets. Die Gruppe Offensiv gegen Feminizide liess die Anwesenden 13 Sekunden lang schreien, als Erinnerung an 13 Feminizide im Jahr 2026. Redner*innen verbanden Trauer über Gewalt mit Forderungen nach Solidarität für Frauen, queere und migrantische Menschen. Für 2027 ist ein nationaler Carestreik geplant.