Themen: CH-Politik, Wirtschaft/Finanzen, Klima&Energie
Regionen: Schweiz, Tessin
Der Verband der Tessiner Gemeinden fordert vom Staatsrat mehr Mitsprache bei der Finanzierung des Tarifverbunds Arcobaleno und des Ticino Ticket. Gemeinden trügen wachsende Kosten, hätten aber weder bei Tarifmodellen noch bei Verträgen wirklichen Einfluss, kritisiert Präsident Felice Dafond. Der Verband lehnt das touristische Angebot Ticino Ticket nicht grundsätzlich ab, verlangt aber Transparenz und eine gerechtere Verteilung der Lasten unter den Nutzniessern. Umstritten ist insbesondere, ob das Ticket als Tarifvergünstigung gilt, deren Kosten Kanton und Gemeinden gemäss kantonalem Gesetz je zur Hälfte tragen. Eine direkte gesetzliche Pflicht der Gemeinden zur Finanzierung des Tickets bestehe nicht. Zusätzlichen Druck erzeugen Bundesvorgaben: Die Einnahmen des Tarifverbunds erreichten 2025 rund 70 statt der geforderten 80 Prozent des nationalen Referenzniveaus. Ab 2027 müsste die Differenz ausgeglichen werden; die jährlichen Ausgaben könnten von rund 10 auf 18 Millionen Franken steigen. Der Staatsrat empfiehlt zudem, vier kostenlose Wochenenden im öffentlichen Verkehr für Einwohner wegen erwarteter Mindereinnahmen von etwa 1,8 Millionen Franken abzulehnen.