Themen: Innen-Politik, Gesellschaft, Umwelt
Regionen: International, Russland/Eurasien
Russische Behörden haben den Handlungsspielraum indigener Gemeinschaften laut der Darstellung über Jahrzehnte schrittweise eingeschränkt. Nach einer kurzen Phase kultureller und politischer Wiederbelebung in den 1990er-Jahren schwächten zentralisierte Gesetze Landrechte und Mitsprache bei Industrieprojekten. Organisationen und Aktivisten wurden später als ausländische Agenten, extremistisch oder terroristisch eingestuft. Das Aborigen Forum, das indigene Gemeinschaften vertrat, kam 2024 auf die Liste extremistischer und anschliessend terroristischer Organisationen. Am 17. Dezember 2025 durchsuchten Sicherheitskräfte landesweit die Wohnungen von 17 Aktivistinnen und Aktivisten, beschlagnahmten Geräte und Dokumente und verhörten Betroffene. Darja Egereva und Natalja Leongardt wurden festgenommen und wegen Beteiligung an einer terroristischen Organisation angeklagt; ihnen drohen bis zu 20 Jahre Haft. Viele Aktivisten leben inzwischen im Exil oder haben ihre öffentliche Arbeit eingestellt. Konflikte um Rohstoffförderung, traditionelle Gebiete und Klimafolgen verschärfen die Lage zusätzlich.