Themen: Klima&Energie, Umwelt, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Winterweizen erreichte 2026 in den meisten EU-Regionen früher als üblich die Erntereife. Wiederholte Hitzewellen beschleunigten die Entwicklung und verkürzten die für das Korngewicht entscheidende Kornfüllung. In Frankreich reifte Weizen im Schnitt rund 15 Tage früher als im langjährigen Mittel, in grossen Teilen Mitteleuropas sieben bis zehn Tage früher. Wo Hitze und Trockenheit die Reifung erzwangen, fielen Körner kleiner aus und Erträge sanken. In Hauts-de-France lagen die Erträge laut einer Argus-Erhebung etwa 7 Prozent unter dem regionalen Zehnjahresdurchschnitt. Auch in Deutschland wurden regional hohe Anteile verschrumpfter Körner festgestellt. In Italien endete die Winterkultursaison dagegen 10 bis 20 Tage früher, die Erträge blieben jedoch günstig, weil die stärkste Hitze erst nach der Reife einsetzte. Frühe, konzentrierte Erntefenster erhöhen den Bedarf an Mähdreschern, Personal, Transport und Lagerkapazitäten. Betriebe setzen auf unterschiedlich reifende und hitzetolerantere Sorten, doch bei extremer Hitze während der Kornfüllung bleibt die Anpassung begrenzt.