Themen: Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Tommaso Buscetta, genannt Don Masino, verbüsste ab Dezember 1972 im Gefängnis Ucciardone in Palermo eine mehr als zehnjährige Strafe wegen Mafiazugehörigkeit. Der 1928 in ärmlichen Verhältnissen geborene Buscetta war 1948 in die Porta-Nuova-Familie der Cosa Nostra aufgenommen worden. Seine Initiation umfasste den Bluteid auf ein Heiligenbild und die Verpflichtung auf die Regeln der Organisation. Der Text schildert die territoriale Struktur der sizilianischen Mafia mit Familien, Capifamiglia, Capidecina und der als Cupola bezeichneten Kommission. Buscetta pflegte Kontakte zu einflussreichen Mafiosi wie Stefano Bontate, Salvatore Greco und Lucky Luciano und stieg früh zum Capodecina auf. Anfang der 1960er-Jahre verschärften sich interne Konflikte in Palermo. Nach der Ermordung des Noce-Chefs Calcedonio Di Pisa geriet die Porta-Nuova-Familie unter Verdacht, wurde von der Cupola aufgelöst und Buscetta floh nach Lateinamerika. Es folgte der erste Mafiakrieg mit weiteren Attentaten und dem Massaker von Ciaculli.