Themen: Kultur
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Das Theaterkollektiv Feige & Sohn inszeniert im ehemaligen Klub Kegelbahn an der Luzerner Baselstrasse eine 72-stündige, öffentlich zugängliche Totenwache für Techno. In dem stillen, blau beleuchteten Raum steht ein schwarzer Sarg, aus dem in Abständen ein schwacher Bass dringt. Die Besuchenden sollen den Verlust von Klub- und Raveräumen erfahren und eigene Reaktionen entwickeln; die Künstler geben keine Deutung vor. Auf die Wache folgen eine Trauerprozession und ein Trauergottesdienst in der Jesuitenkirche. Das Kollektiv übernimmt dabei religiöse Formen bewusst und nach eigener Aussage respektvoll, nicht parodistisch. Anlass ist das Clubsterben in Luzern: Mit der Kegelbahn verschwindet ein vergleichsweise günstiger, niederschwelliger Ort; auch andere Klubs haben ihren Betrieb vorerst eingestellt oder kämpfen ums Überleben. Schibli verweist zugleich auf weiterhin bestehende Raves, Festivals und ein mögliches Revival illegaler Partys. Techno verbindet er mit Freiheit, Offenheit und Diversität, benennt aber auch dessen gebrochene Ideale und die geringe Beteiligung Schwarzer Menschen am wirtschaftlichen Erfolg der Szene.