Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Europa
Christina Walkers dritter Roman «Verteidigung eines Gartens» spielt in der Schrebergartensiedlung «Neu-Amerika», die in Bauland umgewidmet werden soll. Nach dem Tod ihres spielsüchtigen Mannes zieht die frühere Bäckersfrau Marianne Roth am Valentinstag in ein Gartenhaus, obwohl dauerhaftes Wohnen dort verboten ist. Sie trifft auf Richard, der ohne Nachnamen und abgeschottet von Verpflichtungen lebt, auf die fünfzehnjährige Didi sowie auf den Vereinsobmann Gregor. Didi entzieht sich einem Zuhause mit ihrer alkoholkranken Mutter und deren gewalttätigem Partner; auch die übrigen Figuren tragen Verluste, Einsamkeit und existenzielle Unsicherheit mit sich. Die zunächst sehr verschiedenen Bewohnerinnen und Bewohner helfen einander. Walker zeichnet die Siedlung nicht als idyllischen Gartenort, sondern als Zuflucht und Lost Place, in dem die widerständige Natur und die wachsende Solidarität den Überlebenskampf der Figuren spiegeln. Die Autorin entwickelt ihre Geschichten vom Schauplatz und den Figuren aus, statt die Handlung vorab festzulegen.