Themen: Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik
Regionen: International, Nordamerika, Südamerika
Trump behauptet, die USA hätten die Kontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel venezolanischer Ölreserven gesichert und könnten damit Benzinpreise senken. Tatsächlich soll die von den USA abhängige Interimspräsidentin Delcy Rodríguez einem privaten Joint Venture für 100 Jahre Förderrechte eingeräumt haben; laut einem US-Regierungsvertreter kontrolliere Washington 55 Prozent davon. Dies entspreche rund 21 Prozent der venezolanischen Reserven von 300 Milliarden Barrel. Der Autor wertet das Vorgehen als Umgehung der Verfassung, nach der das Öl dem Staat gehört, und als koloniale Rohstoffausbeutung. Die Förderung ist infolge jahrzehntelanger Misswirtschaft von 3,5 Millionen Barrel täglich Ende der 1990er-Jahre auf etwa 1,1 Millionen gesunken. Für zwei Millionen Barrel pro Tag wären laut Experten mehr als 50 Milliarden Dollar nötig, für drei Millionen weit über 150 Milliarden. Venezuelas Raffinerien sind stark unterausgelastet; auch die US-Raffinerien der PDVSA-Tochter Citgo stehen nicht mehr unter venezolanischer Kontrolle.