Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft, Krieg&Frieden
Regionen: International, Europa
Ruth Fayon erzählt von der Geschichte ihrer jüdischen Familie, die aus kleinen Orten nahe Lodz stammte und wiederholt Pogromen, Diskriminierung und Flucht ausgesetzt war. Ihre Mutter überlebte während des Ersten Weltkriegs einen Angriff russischer Kosaken, ihr Vater verliess Polen 1914 und begann in Karlsbad ein neues Leben. 1920 holte er Frau und Tochter in die Tschechoslowakei nach. Die Familie führte später ein koscheres Restaurant und lebte als bürgerliche, weitgehend integrierte jüdische Familie in der internationalen Kurstadt. Ruth erinnert sich an Schule, Musik, religiöse Feste und den Alltag mit ihren Schwestern. Die zunehmende Bedrohung durch den Nationalsozialismus zerstörte diese Welt: Die Synagoge von Karlsbad wurde nach der Pogromnacht im November 1938 niedergebrannt. Angehörige, die in Polen geblieben waren, wurden 1939 ermordet. Ruth Fayon überlebte später die Shoah und die Deportation nach Auschwitz oder Bergen-Belsen.