Themen: Klima&Energie, Umwelt, Wissenschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Ein Experiment des Eidgenössischen Forschungsinstituts WSL zeigt, dass nicht nur Herbstbedingungen den Blattfall beeinflussen. Junge Hainbuchen, Winterlinden und Spitzahorne wurden von Januar bis Mitte Juni teilweise Temperaturen ausgesetzt, die rund 5 Grad über der Umgebungstemperatur lagen. Die erwärmten Hainbuchen und Linden trieben zwei bis vier Wochen früher aus als die Kontrollgruppe; die Blattalterung begann bei ihnen drei bis vier Wochen früher. Spitzahorne trieben ebenfalls früher aus, beschleunigten jedoch weder Wachstum noch Stärkespeicherung, und ihre Herbstfärbung setzte nicht früher ein. Welcher Mechanismus die Unterschiede auslöst, ist noch offen. Die Forschenden wollen die Versuche fortsetzen. Für Klimamodelle ist der Befund relevant, weil ein früheres Ende der Wachstumsphase die CO₂-Speicherung von Bäumen verringern kann. Die simulierte Erwärmung gilt nicht als direkte Prognose, ungewöhnlich warme Frühlinge könnten aber häufiger werden.