28.5.2026 Der Akademische Sportverband Zürich (ASVZ) macht etwas, das in der Schweiz inzwischen fast als revolutionär gilt: Er schaut sich die Auslastung seiner Infrastruktur an und zieht Konsequenzen. Per September 2026 werden verschiedene Membership-Kategorien teurer. Die offizielle Begründung des ASVZ klingt dabei erstaunlich nüchtern. Nicht alle der über 71’000 Mitglieder hätten den gleichen Bezug zu den Zürcher Hochschulen, für die der Verband den Sportbetrieb organisiert. Uni-Zürich-Abgänger können sich ab Herbst billiger fithalten als Akademiker aus der übrigen Schweiz. Am teuersten wird’s für Ausländer – die müssen neu am tiefsten ins Portemonnaie greifen, wenn sie die ASVZ-Angebote nutzen wollen. Die Massnahme passt perfekt in die aktuelle politische Landschaft. Während die Schweiz über die berühmte „10-Millionen-Schweiz“ diskutiert, entdeckt sogar der Hochschulsport das Konzept der begrenzten Kapazitäten. Man könnte fast meinen: Irgendwann wird selbst auf dem Crosstrainer klar, dass unendliches Wachstum auf endliche Garderoben trifft. Besonders betroffen sind ehemalige Hochschulangehörige und externe Kategorien. Also genau jene Gruppen, die den ASVZ über Jahre zu schätzen wussten: Modernste Fitnesscenter, Zürcher Toplagen und Preise, bei denen selbst Migros Fitness kurz nervös aufs Geschäftsmodell schaute. Das System war lange grosszügig gedacht. Vielleicht etwas zu grosszügig. Wer einmal einen Abschluss an einer Zürcher Hochschule gemacht hatte, blieb dem ASVZ oft noch Jahrzehnte erhalten – sportlich und tariflich. Akademische Unsterblichkeit quasi. Der Doktortitel als lebenslang vergünstigtes Leg-Press-Abo. Jetzt signalisiert der Verband höflich, aber bestimmt: Der Bezug zur Hochschule soll wieder relevanter werden als die Erinnerung an eine Vorlesung aus dem Jahr 2009. Interessant ist weniger die Preiserhöhung selbst als die Sprache dahinter. Der ASVZ argumentiert nicht moralisch, sondern organisatorisch. Infrastruktur, Zweckbindung, Nähe zur Trägerinstitution. Sehr schweizerisch. Sehr effizient. Fast schon verdächtig pragmatisch. Irgendwie passt das perfekt zur aktuellen politischen Stimmung im Land. Ob Wohnungsmarkt, Züge, Strassen oder Unis: Überall taucht derselbe Satz auf – vielleicht haben doch nicht alle gleich viel Platz. Im ASVZ sagt man das einfach etwas freundlicher. Dort heisst es: „Nicht alle Mitglieder haben den gleichen Bezug zu den Zürcher Hochschulen.“ Klingt natürlich besser als: „Der Fitness-Kurs ist bereits voll.“