Themen: KI/Digital, Gesellschaft, Krieg&Frieden
Regionen: International, Europa
Papst Leo XIV. stellt in seiner ersten Enzyklika «Magnifica Humanitas» ein Programm für Kirche und Gesellschaft vor. Er orientiert sich am Zweiten Vatikanischen Konzil, betont Vielfalt, Dialog, Subsidiarität und eine Autorität im Dienst der Gemeinschaft. Die Soziallehre der Kirche solle politische Verantwortung nicht ersetzen, aber gemeinsame Entscheidungen unterstützen. Für datenbasierte Systeme und künstliche Intelligenz fordert er rechtliche Rahmenbedingungen, unabhängige Aufsicht, Nutzeraufklärung und politische Verantwortung. KI könne Informationen und Analysen erleichtern, dürfe aber Menschenwürde, Mitgefühl und Verantwortung nicht verdrängen. Der Papst kritisiert transhumanistische und posthumanistische Ideen, die menschliche Begrenztheit technisch überwinden wollten. Krankheit, Alter und Verletzlichkeit seien nicht bloss Mängel, sondern gehörten zum Menschsein. Leo XIV. verlangt zudem, KI der militärischen Konkurrenzlogik zu entziehen, und warnt vor Cyberangriffen, Informationsmanipulation sowie automatisierten strategischen Entscheidungen. Er stellt die Lehre vom gerechten Krieg infrage und wirbt für eine friedliche internationale Ordnung.