Themen: Partei-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Roberto Vannaccis neue Partei Futuro Nazionale hat in einer italienischen Umfrage erstmals Matteo Salvinis Lega überholt. Das Institut SWG misst der rechtsextremen Formation 5,6 Prozent, 0,2 Prozentpunkte mehr als der Lega. Vannacci, ehemaliger General und Europaparlamentarier, vertritt eine homophobe, rassistische, sexistische und migrationsfeindliche Agenda. Er greift Feminismus, Umweltschützer und die EU an, bestreitet den Klimawandel und wird von der neofaschistischen Bewegung Forza Nuova unterstützt. Salvini hatte ihn zunächst als Vize in die Lega geholt, doch Vannacci trat nach neun Monaten aus und gründete seine eigene Partei. Beobachter warnen, der Aufwärtstrend könne anhalten; geheim gehaltene Umfragen sollen ihm bis zu zehn Prozent zutrauen. Besonders die Lega und Forza Italia könnten verlieren, aber auch Giorgia Meloni gerät unter Druck. Bei den Gesamterneuerungswahlen im kommenden Jahr könnte Futuro Nazionale zum entscheidenden Koalitionsfaktor werden.