Themen: Gesundheit, Umwelt, Krieg&Frieden
Regionen: International, Russland/Eurasien
Semey in Kasachstan liegt etwas mehr als hundert Kilometer nordöstlich des ehemaligen sowjetischen Atomtestgeländes, das früher als Polygone von Semipalatinsk bekannt war. Obwohl die Stadt vor rund zwanzig Jahren umbenannt wurde, haftet ihr weiterhin der Ruf einer radioaktiven Stadt an, der nach Ansicht eines Polizisten Investoren abschreckt. Die Risiken radioaktiver Belastung werden unterschiedlich beurteilt; eine Besucherin reist deshalb mit einem Geigerzähler an. Bei der Vereinigung Polygon 21 trifft sie die 74-jährige Shakerbanu Myrzakhanova, die Opfer der Atomtests vertritt. Myrzakhanova wurde zwei Jahre nach Beginn der Versuche geboren und erinnert sich an ungewöhnliche Erkrankungen in nahe gelegenen Dörfern: Fehlbildungen bei Neugeborenen, Hautausschläge, vorzeitiges Altern und unerklärlichen Haarausfall. Den Bewohnerinnen und Bewohnern sei damals nicht mitgeteilt worden, dass Explosionen stattfinden würden. Manche hätten nach ihrer Darstellung eine Überdosis Strahlung erlitten.