Themen: Gesundheit, Umwelt
Regionen: International, Russland/Eurasien
Sarzhal, eine Ortschaft östlich des Atomtestgeländes, ist für Stutenmilch und eine besonders hohe Strahlenbelastung bekannt. Pferde weiden dort in einer Landschaft, deren Futter und Wasser durch frühere Atomtests kontaminiert wurden. Die Belastung gelangt über die Tiere in Lebensmittel wie Pferdefleisch, Milch und daraus hergestellten Kumys. Nach Angaben des Nuklearzentrums Kurchatow (IRSE) gehen 57 Prozent der gegenwärtigen Strahlenexposition der Einwohnerinnen und Einwohner auf das zurück, was sie essen und trinken. Als mögliche Folge können Radionuklide wie Strontium-90, das als «Knochenfresser» bezeichnet wird, in den Körper gelangen. Eine direkte Messung der Radioaktivität von Fleisch erfordert mindestens fünf Kilogramm Material. In Kasachstan ist zugleich die Vorstellung verbreitet, dass Kumys und andere fermentierte Lebensmittel radioprotektive Eigenschaften haben könnten. Im April beginnt mit den neugeborenen Fohlen die Saison der Stutenmilch.