Themen: Kultur/Feuilleton, Reisen & Ferne Welt, Gesellschaft
Regionen: International, Südostasien
Linda Bortoletto kehrt nach Bali zurück, die Heimat ihrer indonesischen Mutter, und durchquert während vierzig Tagen zu Fuss den Norden der Insel. Die frühere Gendarmistin, die ihr altes Leben für das Reisen aufgegeben hat, bewegt sich abseits üblicher Routen durch Küstenlandschaften, Vulkanhänge, Dschungel, Reisfelder und abgelegene Dörfer. Die Wanderung ist für sie auch ein Weg der Heilung nach einem sexuellen Übergriff auf einer früheren Reise in der Türkei. Sie sucht den Kontakt zu Vorfahren und kulturellen Verwandten, stösst auf verborgene Familiengeschichten und setzt sich mit dem Verhältnis von physischem Tod und spirituellem Fortleben auseinander. Eine balinesische Kremation gibt Anlass zu solchen Fragen. Ihr Buch «Le miroir de Bali» verbindet den persönlichen Aufbruch mit der Erkundung mystischer Traditionen wie Taoismus und Tantrismus sowie des Kejawen, einer synkretischen Glaubenspraxis aus hinduistischen, buddhistischen, schamanischen und sufistischen Elementen.