Themen: Kultur, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Jens Lampater, Gesamtleiter des Stadttheaters Schaffhausen, hat William Shakespeares Komödie «Viel Lärm um nichts» neu ins Deutsche übertragen. Entscheidend seien nicht Einsparungen bei Tantiemen gewesen, sondern die Unzufriedenheit mit bestehenden Übersetzungen: Theaterfassungen erschienen ihm oft zu flapsig, literarische Übertragungen zu wenig auf die Bühne ausgerichtet. Als Theaterwissenschaftler, Anglist und Dramaturg suchte er eine Sprache, die Original und Spielpraxis verbindet sowie Versmass und Rhythmus wahrt. Lampater versteht Beatrice und Benedikt als gegenwartsnahe Figuren, deren gescheiterte Beziehungen, Selbstironie, Vertrauen und Umgang mit Gefühlen zeitlose Fragen aufwerfen. Die Inszenierung setzt unter anderem auf Begegnungen zwischen Schauspielenden und Publikum sowie Italo-Pop-Songs. Shakespeare dürfe weder museal noch banal werden, sagt Lampater. Seine Stücke hätten schon um 1600 unterschiedliche soziale Schichten angesprochen. Auch heute solle das Schaffhauser Publikum keine Vorkenntnisse benötigen. KI könne bei einzelnen kreativen Vorlagen helfen, aber keine eigenständige Neuschöpfung ersetzen.